Mikrofinanzdarlehen
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Historie
"Einer für Alle - und Alle für Einen"
Diesen Spruch von Ludwig von Raiffeisen werden heute nur noch wenige kennen. Aber unsere Väter und Großväter haben davon noch profitiert.
Mit diesem Spruch "Einer für alle - und alle für einen" war Ludwig von Raiffeisen vor bereits 150 Jahren der Begründer der Raiffeisenbanken. Danach folgte das Prinzip der Sparkassen, Kreditversorgung im regionalen Raum.
Kleine Investitionen - ohne große Bonitätsprüfung und 100 %ige Sicherheiten - zu ermöglichen. Viele Banken können oder wollen sich heute nicht mehr daran erinnern, dass das Wort "Kredit" aus dem griechischen stammt und es bedeutet "Vertrauen".
Lernen aus der 3. Welt
Der Ursprung des Microlending (dt. Mikrofinanzierung) lag in Bangladesch. Der Dekan der Wirtschaftsfakultät Muhammad Yunus hatte Kleinkredite durch die entstandene Hungersnot vergeben. Um Hilfe zur Selbsthilfe konnten die Menschen ihre Lebensverhältnisse verbessern und eine tragfähige Existenz aufbauen.
Dafür bekam Muhammad Yunus den Friedensnobelpreis und war seitdem ein Vorbild für viele andere Länder.
Weiterentwicklung in den USA
Zu Beginn der 60er Jahre wurde dieses Erfolgsmodel von den Vereinten Nationen in die USA eingeführt. Dies war die Antwort der Länder auf die Gewinnmaximierung vieler Banken.
Kleinunternehmer ohne Sicherheiten wurden vom Kapitalmarkt gänzlich ausgeschlossen! Mit dem Mikrokreditfonds konnten Klein- und Kleinstunternehmer auch ohne Sicherheiten finanziert werden.
Diese Situation war damals vergleichbar mit uns in Deutschland, wenn auch die Ausschreitungen nicht so deutlich sind wie in den USA. Anders als in Deutschland haben die USA die Problematik und soziale Unverträglichkeit eines solchen Vorgehens frühzeitig erkannt und mit dem Community Reinvestment Act gebannt.
Unter dem amerikanischen Präsident Jimmy Cater wurden 1977 die ersten Weichen für eine flächendeckende Kapitalversorgung gestellt. Diese Maßnahmen wurden 1989 unter Präsident Bush und 1995 unter Präsident Clinton weiter verschärft um Banken zu einem veränderten Geschäftsgebaren zu zwingen.
Heutzutage unterstützen teilweise staatliche Banken ganz gezielt Gründer und Gründerinnen beim speziellen Mikrodarlehen.
Microlending bzw. Mikrofinanzierung in Europa
Frankreich, England, Spanien und Polen waren die ersten Länder die Mikrofinanzierungen in Europa ermöglichten. In Frankreich war es die Organisation ADIE, die das System bereits 1990 nach Europa holte. Mit über 5.000 Mikrofinanzierungen wurden "nicht bankfähige Kunden" mit Krediten versorgt.
Zur gleichen Zeit versorgte Women´s World Banking in Spanien die Unternehmerinnen mit Kleindarlehen. Es folgten in England der Glasgow Regeneration Fund und die Industrial Common Ownership Finance. In Polen wurden mit dem Fundusz Mikro 1994 über 17.000 Darlehen vergeben. Andere Länder in Europa folgten diesen Erfolgsmodellen.
Mikrokredite in DeutschlandIn Deutschland war die Einführung von Mikrodarlehen nach diesen Vorbildern durch das KWG (Kreditwesengesetz) lange Jahre nicht möglich.
Die Versorgung für Mikrodarlehen sollte über die staatseigene KfW-Mittelstandsbank erfolgen. Durch das Hausbankprinzip der KfW war das System zum Scheitern verurteilt. Für die Hausbanken sind Kleinkredite für Existenzgründer und Selbständige oft sehr risikoreich, aufwendig in der Bearbeitung und bringen geringe Margen.
Von der Diskussion 1998 hat es 6 Jahre gedauert bis 2004 die ersten Mikrofinanzinstitute gegründet wurden. Zunächst wurden aus einzelnen Projekten positive Erfahrungen gesammelt.
Erst 2009 wurde der Mikrokreditfonds vom Bundesministerium für Arbeit und soziales (BMAS) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie BMWi) als Garantiefond eingerichtet. Der Fonds hat ein Volumen von 100 Mio. Euro, 60 % kommen dabei aus dem Europäischen Sozialfonds.
Das Fondsvermögen wird von der Investitions- und Förderbank Niedersachsen und der GLS Bank in Bochum treuhänderisch verwaltet. 2010 begann die GLS Bank mit einer flächendeckenden Versorgung durch Mikrofinanzinstitute.
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